Ausgangspunkt der Serie "Pool" ist eine Menge an Fotos der 1960er und 70er Jahre (heute im Zeitalter des Digitalen wären es wohl eine Menge mehr), die vom Leben im Offenbacher Parkbad erzählen. Diese Entdeckung aus dem Stadtarchiv überträgt die Künstlerin in ihre eigenen Fotobilder. Was sichtbar wird, ist das Ineinandergleiten der einen in die anderen, der Aufnahmen von damals und von heute, dem Schwimmbad und dem Hotelzimmer, der Projektion und dem aktuell Fotografierten.
Schließlich geht es weniger darum, die Konturen zu erkennen, durch die beide Bildebenen sich voneinander trennen ließen. Vielmehr nimmt Ornella Fieres etwas in den Blick, was der Fotografie grundsätzlich innewohnt: Sie lichtet Spuren von etwas ab, was in der späteren Bildbetrachtung immer schon vergangen ist. Darin sind sich alle Fotos gleich. Ganz gleich, ob sie per analoger oder digitaler Technik entstanden sind, in einem Archiv abgelegt oder an einer Wand präsentiert sind.

(Dr. Jule Hillgärtner)

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